In einem mitreißenden Regionalliga-Duell haben die Damen des TC Hengersberg einen Kraftakt mit Charakter bestanden. Beim stark aufgestellten CaM Nürnberg – erstmals mit zwei tschechischen Spielerinnen in Bestbesetzung – erkämpfte sich das Team einen nervenaufreibenden 5:4-Erfolg und verschafft sich damit wertvolle Luft im Abstiegskampf. Besonders bemerkenswert: Mit Eszter Meri und Claudia Gasparovic feierten gleich zwei Spielerinnen ihr Debüt im Hengersberger Trikot – und prägten das Spielgeschehen entscheidend.
Tereza Polanska eröffnete den Spieltag zunächst souverän. Mit klarem taktischen Konzept, viel Übersicht und ihrer Erfahrung aus der Vorsaison dominierte sie ihre junge tschechische Gegnerin und sicherte mit einem ungefährdeten 6:1, 6:4 die 1:0-Führung. Parallel musste sich Alissia Gleixner einer an diesem Tag nahezu fehlerfrei spielenden Sophie Büttner mit 1:6 und 4:6 geschlagen geben. Trotz großem Einsatz fand Gleixner kein Mittel gegen das druckvolle Spiel der Nürnbergerin – der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 war die Folge. Dann jedoch begann die Phase, in der Hengersberg das Spiel an sich riss – angeführt von einer überragenden Hannah Brandl. Gegen die favorisierte Celine Fritsch zeigte sie Tennis auf höchstem Niveau. Brandl agierte mutig, variabel und vor allem nervenstark in den entscheidenden Momenten. Immer wieder setzte sie Fritsch mit präzisen Grundlinienschlägen unter Druck und ließ sich auch von engen Spielständen nicht aus dem Konzept bringen. Der verdiente Lohn: ein 6:3, 7:5-Sieg – und die erneute Führung für Hengersberg. Es war nicht weniger als eines der besten Einzel ihrer bisherigen Karriere. Direkt im Anschluss überzeugte Debütantin Claudia Gasparovic. Von Beginn an präsent, taktisch diszipliniert und mit hoher Konstanz ließ sie ihrer Gegnerin kaum Chancen. Ohne größere Schwankungen spielte sie ihr Match souverän herunter und gewann verdient mit 6:3, 6:3 – ein starker Einstand im neuen Team und das wichtige 3:1.
Im Fokus stand anschließend das Topspiel zwischen Hengersbergs Nummer eins Eszter Meri und Nürnbergs Spitzenspielerin Denisa Hindova, die bereits in der 2. Bundesliga ihre Klasse unter Beweis gestellt hatte. Für Meri war es nicht nur das Debüt, sondern auch direkt ein Härtetest auf höchstem Niveau. Und sie begann furios: Mit druckvollem, offensivem Tennis Regionalliga Süd-Ost: Hengersbergs Tennis-Damen holen dramatischen 5:4-Auswärtssieg in Nürnberg dominierte Meri den ersten Satz klar mit 6:1. Doch Hindova stellte sich zunehmend besser ein, erhöhte das Tempo und zwang Meri im zweiten Durchgang immer häufiger in die Defensive – 2:6 aus Hengersberger Sicht. Der entscheidende Match-Tiebreak entwickelte sich dann zu einem echten Highlight des Tages. Lange Ballwechsel, spektakuläre Punkte und ein enorm hohes Tempo prägten die Partie. Doch in den entscheidenden Momenten zeigte Meri ihre ganze Klasse und vor allem mentale Stärke. Mit großem Kampfgeist, unbedingtem Siegeswillen und der Unterstützung des Teams setzte sie sich schließlich deutlich mit 10:4 durch. Ein Sieg, der nicht nur spielerisch, sondern auch emotional ein Ausrufezeichen setzte – und das 4:1 bedeutete.
Im letzten Einzel des Tages hatte Mannschaftsführerin Kristina Wagatha dann die große Chance, den entscheidenden fünften Punkt bereits vor den Doppeln einzufahren. Und sie zeigte einmal mehr Führungsqualitäten: Konzentriert, engagiert und mit viel Einsatz sicherte sie sich den ersten Satz verdient mit 7:5. Doch ihre Gegnerin kämpfte sich zurück und entschied den zweiten Satz mit 6:4 für sich. Es kam zum Match-Tiebreak – und der wurde zum echten Krimi. Punkt für Punkt schenkten sich beide Spielerinnen nichts, die gesamte Mannschaft fieberte lautstark mit. Mehrfach war Wagatha nur noch einen Punkt vom Sieg entfernt, doch am Ende hatte Nürnberg das glücklichere Ende für sich. Mit 10:12 musste sich die Hengersbergerin denkbar knapp geschlagen geben. So ging es mit einer 4:2-Führung in die Doppel – die Entscheidung war vertagt.
Für den entscheidenden Moment sorgte schließlich das neu formierte Duo Gasparovic/Gleixner im Zweier-Doppel. Mit viel Harmonie, kluger Abstimmung und mutigem Spiel nach vorne kontrollierten sie die Partie und ließen ihren Gegnerinnen kaum Chancen. Der verdiente 6:3, 6:4-Erfolg brachte den umjubelten fünften Punkt. Die beiden verbleibenden Doppel gingen zwar an Nürnberg (Meri/Polanska 7:5, 5:7, 10:8 sowie Ritziger/Brandl 7:6, 6:4), doch am Gesamtergebnis änderte das nichts mehr.
Der 5:4-Auswärtssieg beim starken CaM Nürnberg ist für den TC Hengersberg mehr als nur ein Punktgewinn – er ist ein Signal. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in der Regionalliga Süd-Ost nicht nur mithalten, sondern auch unter Druck bestehen kann. Trainer Adrian Preisinger brachte es anschließend auf den Punkt: „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Meine Mannschaft hat einen tollen Job gemacht und verdient gewonnen. Grund zum Feiern gibt es jedoch nicht – der Fokus liegt schon auf der nächsten Aufgabe.“ Matchwinnerin Hannah Brandl ergänzte: „Der Sieg zeigt, dass wir in der Liga angekommen sind. Jetzt reisen wir mit viel Selbstvertrauen nach Augsburg.“
Am kommenden Pfingstmontag (25. Mai) wartet dann mit dem ungeschlagenen TC Schießgraben Augsburg bereits die nächste große Herausforderung. Doch mit dieser Leistung im Rücken dürfte Hengersberg auch dort selbstbewusst auftreten.
red/ad
Deggendorfer Zeitung (PNP), 19.05.2026