Es war alles angerichtet für den zweiten Saisonsieg – doch am Ende fehlten den Tennis-Damen des TC Hengersberg in der Regionalliga Süd-Ost nur wenige Punkte zum Glück. Gegen die ambitionierte Mannschaft aus Zella-Mehlis, die ausschließlich mit sechs tschechischen Spielerinnen antrat, mussten sich die Niederbayerinnen nach einem hochklassigen und dramatischen Spieltag denkbar knapp mit 4:5 geschlagen geben.
Nach dem furiosen 9:0-Auftakterfolg gegen Würzburg zeigte Hengersberg erneut eine starke Teamleistung und hielt die Partie in den Einzeln völlig offen. Alevtina Ibragimova bewies dabei Nervenstärke, drehte im ersten Satz einen 3:5-Rückstand und gewann schließlich souverän mit 7:5, 6:4. Amarissa Toth präsentierte sich wie schon in der Vorwoche in bestechender Form und ließ ihrer Gegnerin beim 6:0, 6:1 nicht den Hauch einer Chance. Auch Stefania Bojica überzeugte mit einer kämpferischen Leistung, insbesondere im zweiten Satz, den sie nach einem 1:4-Rückstand noch mit 6:4 für sich entschied. Satz eins ging mit 6:3 an die Hengersbergerin.
Weniger Glück hatten hingegen Alissia Gleixner, die trotz Satzball im ersten Durchgang unglücklich mit 6:7, 4:6 verlor, sowie Tamara Ritzinger (0:6, 4:6) und Hannah Brandl (1:6, 3:6), die sich starken Gegnerinnen geschlagen geben mussten. So stand es nach den Einzeln leistungsgerecht 3:3. In den Doppeln entwickelte sich anschließend ein wahrer Krimi. Das neu formierte Duo Ibragimova/Bojica überzeugte auf Anhieb und brachte Hengersberg mit einem klaren 6:2, 6:2-Erfolg in Führung. Doch Zella-Mehlis konterte: Das dritte Doppel ging trotz engagierter Leistung von Ritzinger/Wagatha verloren, sodass beim Stand von 4:4 das zweite Doppel die Entscheidung bringen musste. Hier lieferten sich Toth und Gleixner mit ihren Gegnerinnen ein hochspannendes Duell. Nach gewonnenem ersten Satz (6:3) mussten sie den zweiten Durchgang abgeben (2:6), wodurch der Match-Tiebreak die Entscheidung brachte. In diesem lag Hengersberg bereits mit 8:3 in Führung – und stand kurz vor dem Sieg. Doch die Gäste drehten das Match noch und sicherten sich mit 10:8 den entscheidenden Punkt.
Die Enttäuschung bei den Gastgeberinnen war entsprechend groß, zumal die Leistung der gesamten Mannschaft überzeugte. Besonders auffällig war der starke Teamgeist: Spielerinnen unterstützten sich gegenseitig, coachten von der Bank und kämpften bis zum letzten Ballwechsel füreinander. Trainer Adrian Preisinger zog trotz der Niederlage ein positives Fazit: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben der tschechischen Mannschaft bis zum Schluss alles abverlangt und den Sieg nur sehr unglücklich verpasst.“ Auch TC-Spielerin Alissia Gleixner zeigte sich kämpferisch: „Es ist extrem bitter. Wir hätten das gewinnen können, fast müssen. Jetzt heißt es: schnell abhaken und den Fokus auf Nürnberg am kommenden Wochenende richten.“
red/ad
Deggendorfer Zeitung (PNP), 11.05.2026