Pure Erleichterung, starkes Team: Eng vereint feiern (v. l.) Claudia Gasparovic, Alissia Gleixner, Kristina Wagatha, Hannah Brandl, Trainer Adrian Preisinger, Eszter Meri, Tereza Polanska, Tamara Ritzinger und Sportwart Stephan Drasch einen souveränen 6:3-Erfolg.
Es ist vollbracht: Nach Wochen voller Spannung, harter Arbeit und großer Emotionen haben die Tennis-Damen des TC Hengersberg ihr großes Ziel erreicht: Mit einem verdienten 6:3-Auswärtssieg beim TSV Altenfurt sicherte sich die Mannschaft am letzten Spieltag der Regionalliga Süd-Ost aus eigener Kraft den Klassenerhalt – und beendet ihre Premierensaison in Deutschlands dritthöchster Spielklasse auf einem herausragenden vierten Tabellenplatz.
Unter dem treffenden Motto „One last Dance“ (Ein letzter Tanz) ging es für das Team von Trainer Adrian Preisinger in dieses alles entscheidende Duell. Die Ausgangslage war klar: Ein Sieg – und alle Rechenspiele wären hinfällig. Verlieren hingegen hätte den bangen Blick auf andere Plätze bedeutet. Doch dazu sollte es nicht kommen.
Bereits vor dem ersten Aufschlag gab es den ersten Punkt für Hengersberg: Natali Gumbrecht trat im Einser-Einzel gegen die amtierende FISU-Universitätsweltmeisterin Eszter Meri nicht an. Ein kurioser, aber bedeutender Start – 1:0, noch bevor der Spieltag richtig begonnen hatte. Tereza Polanska legte eindrucksvoll nach. Gegen Alissa Kuchynka dominierte sie von Beginn an und zwang ihre Gegnerin beim Stand von 6:3, 3:2 zur Aufgabe. Es war ein souveräner Auftritt, der die Richtung früh vorgab. Alissia Gleixner musste sich gegen Antonia Ende zunächst in die Partie kämpfen. Nach nervösem Beginn fand sie jedoch immer besser ins Spiel, übernahm die Kontrolle und gewann am Ende klar mit 6:4, 6:0. Pure Entschlossenheit – und ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt. Lediglich Hannah Brandl musste sich geschlagen geben. Gegen die routinierte, taktisch clevere Christine Kraupa (44) unterlag sie mit 4:6, 2:6. Doch auch diese Niederlage konnte den positiven Gesamteindruck nicht trüben. Nach der ersten Einzelrunde führte Hengersberg bereits mit 3:1.
In der zweiten Runde zeigte Tamara Ritzinger einmal mehr, warum sie zu den konstantesten Spielerinnen der Saison zählt. Gegen Inga Strelchuk ließ sie zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen und gewann hochverdient mit 6:3, 6:2. Eine Leistung mit Ausrufezeichen – und der vierte Punkt für Hengersberg. Alles war also angerichtet für Claudia Gasparovic, die mit einem Sieg gegen Rebeka Svabikova bereits alles hätte klar machen können. Doch das Schicksal meinte es nicht gut: Ein schmerzhafter Bienenstich an der Fußsohle behinderte sie massiv. Trotz großem Kampfgeist und unbändigem Willen musste sie sich am Ende mit 4:6, 4:6 geschlagen geben. Eine Niederlage, die mehr Respekt als Enttäuschung hinterließ. Mit einer 4:2-Führung nach den Einzeln war klar: Ein einziger Punkt fehlte noch zum sicheren Klassenerhalt.
Dieser eine Punkt kam – auf ungewöhnliche, aber symbolträchtige Weise. Der TSV Altenfurt konnte kein drittes Doppel stellen. Damit ging der Punkt kampflos an Tamara Ritzinger und Hannah Brandl – das 5:2 und gleichzeitig die endgültige Entscheidung. Der Klassenerhalt war perfekt. Die Erleichterung riesig. Die weiteren Doppel standen anschließend im Schatten eines aufziehenden Unwetters. Das Einser-Doppel mit Eszter Meri und Tereza Polanska gegen Rebeka Svabikova und Antonia Ende wurde beim Stand von 3:0 für Hengersberg ebenso abgebrochen wie das Zweier-Doppel von Alissia Gleixner und Kristina Wagatha – die für die angeschlagene Claudia Gasparovic eingesprungen war – gegen Inga Strelchuk und Christine Kraupa (1:1). Da die Begegnung bereits entschieden war, einigten sich beide Teams auf eine Punkteteilung, so dass am Ende ein 6:3-Sieg für die Niederbayerinnen protokolliert werden konnte.
Was folgte, waren pure Emotionen. Freude, Erleichterung, Stolz – ein ganzes Spektrum an Gefühlen entlud sich nach diesem Erfolg. Trainer Adrian Preisinger fand bewegende Worte: „Meine Mannschaft hat, wie über die ganze Saison hinweg, einen tollen Job gemacht. Wir mussten heute liefern – und wir haben geliefert. Der Sieg ist absolut verdient. Nach sechs bis acht intensiven Wochen voller harter Arbeit und Spannung bis zum letzten Spieltag hat sich mein Team jetzt ein paar Tage Tennis-Urlaub mehr als verdient. Ich bin unglaublich stolz auf diese Truppe.“ Auch auf dem Platz war die Emotion greifbar. „Glücklich. Mehr kann ich im Moment gar nicht sagen. Ich bin einfach mega happy, dass wir es geschafft haben“, sagte Alissia Gleixner – und sprach damit vielen aus der Seele. Topspielerin Eszter Meri, Aushängeschild des Teams und internationale Klasseathletin, betonte vor allem den Zusammenhalt: „Mir hat es noch nie so gut in einer Mannschaft gefallen wie hier. Umso schöner ist es, jetzt am letzten Spieltag gemeinsam den Klassenerhalt feiern zu dürfen. Wir haben eine ganz tolle Mannschaft, super Zuschauer und einen wahnsinnigen Trainer.“ Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Ich freue mich schon jetzt auf 2027 in Hengersberg.“
Was im Sommer 2024 als kleines Sportmärchen begann, hat sich eindrucksvoll fortgesetzt. Der Aufstieg, das Abenteuer Regionalliga – und nun der souveräne Klassenerhalt. Der TC Hengersberg hat bewiesen, dass er auf diesem Niveau nicht nur mithalten, sondern bestehen kann. Platz vier in der Abschlusstabelle ist mehr als nur ein Ergebnis. Es ist ein Statement. Für Teamgeist. Für Leidenschaft. Für harte Arbeit.
red/ad
Deggendorfer Zeitung (PNP), 23.06.2026