Sengende Sonne, schweißtreibende Ballwechsel und ein Gegner in absoluter Top-Besetzung: Für den TC Hengersberg wurde der Ausflug zum TC Schießgraben Augsburg zum echten Härtetest – und am Ende zu einer deutlichen Angelegenheit. Mit 2:7 mussten sich die Niederbayern geschlagen geben.
Dabei hatte das Duell alles, was ein Tennis-Kracher braucht: Bayernliga-Meister gegen Vizemeister der Vorsaison, große Namen – und jede Menge Emotionen. Doch Augsburg machte von Beginn an klar, wer an diesem Tag das Sagen hat. Erstmals in dieser Saison liefen die Gastgeberinnen mit gleich vier Ausländerinnen auf – und zeigten eindrucksvoll, warum sie weiterhin ungeschlagen – zusammen mit dem TC Aschheim – an der Tabellenspitze der Regionalliga Süd Ost stehen. Tempo, Präzision, Nervenstärke: Augsburg präsentierte sich in Bestform.
Für den emotionalen Höhepunkt sorgte einmal mehr Tereza Polanska. In einem wahren Tennis-Krimi kämpfte sie sich nach Satzrückstand zurück, wehrte gegen Denisa Pospisilova einen Matchball ab und triumphierte nach über zweieinhalb Stunden mit 3:6, 6:0, 11:9. Pure Willenskraft! Doch dieser Sieg sollte die Ausnahme bleiben. Denn auch wenn mehrere Matches auf Messers Schneide standen, fehlte Hengersberg immer wieder das letzte Quäntchen Glück: Tamara Ritziger lieferte einen großen Fight, musste sich gegen Adela Jarosva aber knapp mit 5:7, 4:6 geschlagen geben. Alissia Gleixner (6:7, 4:6) verlor ebenfalls nach langem Kampf unglücklich gegen Maria Schneider. Und Eszter Meri bot gegen Daria Yesypchuk Tennis auf Top-Niveau, unterlag aber einer bärenstarken Gegnerin mit 4:6, 4:6. Darüber hinaus zeigte Hannah Brandl eine ordentliche Leistung, fand aber gegen die konstantere Gegnerin Lotte Helmensdorfer nicht die entscheidenden Mittel und musste sich in zwei Sätzen (4:6, 3:6) geschlagen geben. Auch für Kristina Wagatha war beim 1:6, 2:6 gegen die Schweizerin Zoe Kaegi nichts zu holen. So stand es nach den Einzeln bereits 1:5 – die Entscheidung war gefallen.
Im Doppel zeigte Hengersberg dann noch einmal Moral. Im Einser-Doppel waren Gleixner/Ritziger gegen das topbesetzte Duo Yesypchuk/Schneider nahezu chancenlos. Augsburg spielte wie aus einem Guss, druckvoll und fehlerfrei – am Ende stand ein deutliches 0:6, 1:6, das die Kräfteverhältnisse klar widerspiegelte. Ganz anders das Zweier-Doppel: Hier entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Meri/Wagatha starteten stark (6:3), mussten aber gegen Pospisilova/Jarosva den Satzausgleich hinnehmen, bewahrten aber im Match-Tiebreak die Nerven und holten sich mit 10:8 den verdienten Punkt – ein kleiner, aber lautstark bejubelter Erfolg! Für besondere Aufmerksamkeit sorgte auch das Dreier-Doppel: Die erst 16-jährige Carolin Landl feierte an der Seite von Hannah Brandl ihr Regionalliga-Debüt – und das mutig! Mit einer 4:1-Führung im ersten Satz schnupperte das Duo an der Überraschung. Doch Augsburg um Kaegi/Helmensdorfer reagierte eiskalt, drehte das Match und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen (4:6, 1:6).
red/ad
Deggendorfer Zeitung (PNP), 26.05.2026